Worauf würd ich schauen, wenn ich aus dem Spiegel auf mich säh? Wenn ich mich sehen müsst als Unfertiges, als Verdacht bloß eines Körpers, der, auch wenn ich ihn fassen kann, nicht begreif. Von wo aus würd ich ihn erkunden? Vom Bauch, weil er die Mitte ist, ohne Zentrum zu sein. Alles an meinem Körper ist verhindertes Zentrum. In allem schau ich’s als Fragment. Das fremde Gesicht, auch wenn es vertraut ist. Nichts fällt mir zu ihm ein, nur dass es meines ist. Die kleinen Hände, wie gealterte Kinderpfoten. Wenn ich einen andern Schwanz nehm, brauch ich beide. Außer ich fass einen, der so ist wie meiner. Keine nehm ich lieber als die, die meinem gleich sind. Andere fass ich im Rausch; die meinem ähneln, mit Liebe. Ich küss sie sanft, wie aus Mitleid. Wenn sie in mir sind, sprech ich ihnen Mut zu; um die andern fleh ich. Über den Tisch gelegt, den Fuß meiner Frau im Mund, bin ich glücklich für den fremden Schwanz in mir, freu mich für seinen Triumph. Die Triumphe der andern, ich weiß es, sind nicht meine. Aber ich fühl sie, als wärn sie’s. Sie sind kein Ersatz, sie sind das Wirkliche. Nirgends kann mein Schwanz so wirklich sein wie ein fremder in mir. Ich war in allem, was sich mir bot, und nirgends nahm ich’s als Triumph. In keinem Mund, in keiner Scheide, in keinem Po, unter keinem Fuß. Der wirkliche Triumph ist ein fremder Schwanz in mir, verlacht von der Frau. Ich bin es nicht, der triumphiert, auch nicht im Glück. Ich bin der, an dem Triumphe möglich sind, für jeden.
Wen sie auch anschleppt, der kann triumphieren in mir. Der Triumph ist nicht der Erguss; sich an mir als Mann zu beweisen, das ist er. Bescheiden bin ich nicht, auch wunschlos nicht; meine Nische ist das Insgeheime. In ihm spekulier ich auf einen Halbsteifen, an dem ich selber die Erhärtung auslösen kann. Ich will was beitun, insgeheim. Tu aber so, als wär’s gegen mich; wenn er halbsteif aus dem offenen Reißverschluss hängt, deutet sie’s mir als Gebot: dem Prompten muss ich mich beugen. Sie will meine Unterwerfung als Entwicklung, will meinen Willen verkümmern sehen am fremden Schwanz, will den Umschlag vom Ekel ins Verlangen als ihren Triumph. Aber der Ekel ist nur ein Zerrspiegel, der mein Verlangen entstellt, für sie. Ich knie nicht vor ihm, ich sitze, mit offenen Beinen, wie ein Trichter; dass sie sich, wenn ich dran bin am Fremden, auf meinen Schwanz stellen kann, als Verwalterin meines Gehorsams. Ab jetzt spricht sie mit mir nur noch über ihren Fuß auf meinem Schwanz. Der andere fasst zwischen sie, was mein einziger Schmerz bleiben wird. Er verfährt mit ihr, die mich kontrolliert, wie mit irgendeiner. Es ist wie eine jähe Enteignung, nach der sie mich entgeistert ansieht und mehr entschuldigend als angewidert ihren Kopf schüttelt: Ich kann nicht mehr mit dir. Ist er ganz hart, stößt er nur noch in mich, als wär ich eine Schwanzgrube, in die man nur stürzen kann. Er schlägt ihr auf die Brüste, packt sie am Hals und rattert in mich. Und es erregt mich, weil ich es verachte. Wo der Mann zur Bestie wird, müsste man ihn töten; stattdessen würg ich an seinem Schwanz. Sie hebt ihren Fuß an, für einen Moment, dass ich auf seine Besitzergreifung wichsen kann. Was ich empfinde, weiß ich nicht. Fast ist es ein Trotzwichsen. Ich wichse gegen ihn; und für sie. Und gegen mich, als würd ich meine Lust, indem ich wichs, erdrosseln wollen. Kommen wird er in mir nicht; ich muss mich öffnen, für ihn, es ist ihre Bedingung. Die Beine hoch und auseinander, auf dem Tisch, er soll mir willkommen sein. Sehen aber, und dafür bin ich ihr dankbar, muss ich ihn nicht; die Pracht des Schwanzes kann vom Ausdruck der männlichen Begierde nur eingetrübt werden. Auch ich selber bin nie Objekt der Begierde. Entweder ist es meine Frau, für die ich nur ein Präkursor bin, oder ihre Lust an meiner bedingungslosen Folgebereitschaft. Sie setzt sich auf mich, erst andeutungsweise, dann mit ihrem ganzen Gewicht. Der Fremde ist wild in mir, und sie bläht mir ins Gesicht; mein Schwanz versteift sich, sie schlägt ihn, abwechselnd, mit Handteller und Handrücken. Da ich nichts mehr seh, nur Finsternis noch um mich ist, fühl ich den Schwanz in mir umso klarer. Er muss sie küssen, alle paar Stöße, um ihn wieder hart zu kriegen. Wer von uns vornehmlich der Begünstigste ist, lässt sich schwer sagen. Ihr Triumph ist ein mentaler; der des Fremden die Penetration; aber was ich fühl, fühlt keiner von ihnen; wie geraffter Kot, im letzten Moment vor seinem Abgang, ballt sich der Schwanz in mir, und in der Traktion befehlige ich ihn subtil; knete ihn, mach ihn weich, bis er sie wieder küssen muss, um ihn zu festigen. Kommen wird er auch jetzt nicht in mir. Sie steigt ab von meinem Gesicht, legt sich auf meinen Bauch, mit dem Rücken zum Fremden, und lässt sich auf ihre Fußsohlen spritzen; dann spuckt sie mir ins Gesicht und lacht: Du weißt, was jetzt kommt. Ich keuche, aber kaum vor Lust, mehr vor Entsetzen. Der fremde Schwanz, jetzt ist er mir Verlust. Mein Anus brennt, als würde er verätzt. Sie dreht sich auf mir, wie ein Kreisel, den Kopf hinten weg über die Tischkante gehängt, leckt den fremden Schwanz ab und drückt mir ihre besamten Füße ins Gesicht. Halb verreibt sie’s auf mir, halb leck ich’s ihr ab.
Wenn ich aus dem Spiegel auf mich säh, säh ich mich getränkt in Sperma. Die wahre Natur, so stünd ich vor mir. Ganz nackt fühl ich mich nur von Sperma eingeschmiert. Sobald ich das letzte Kleidungsstück abgelegt hab, ersauf ich in diesem Impuls. Will auch nur so noch gesehen werden, von allen. Lass mir sagen, von meiner Frau: Geh so durchs Treppenhaus, mach dich kenntlich, für alle. Von wem es ist, egal, es soll nur fremdes sein. Im Haus geh ich hinab, Stockwerk um Stockwerk, verängstigt, beklommen; ich deck meinen Schwanz ab, obwohl er das ist, was man als letztes jetzt sähe. Vorm ersten Stockwerk, in der vorletzten Kurve, nehm ich die Hand weg; wenn mich doch einer sieht, soll er mich so sehen: mit kümmerlichem, eingerunzeltem Schwanz, als wär er nur ein weiterer Hautlappen zwischen meinen Beinen. Selbst zum Pissen taugt er nicht viel; was aus ihm kommt, kommt tröpfchenweise, Urin wie Samen, nie ging was ab von ihm im Strahl. Säh man ihn jetzt, würd man es begreifen, auf der Stelle. Ein solcher Schwanz kann zu nichts taugen. Und der über diesen Schwanz definiert wird, kann nur in Besitz genommen werden und niemals selber in Besitz nehmen. Dieser Schwanz ist, für jeden Fremden, die Lizenz zum Kommando. Ich tret hinaus, vom kalten Laminat auf den noch kälteren Beton, und schaue bang um mich; Gehweg frei, Straße auch. Will ich erleichtert sein? Von oben meine Frau, aus dem Fenster: Zeig dich, du Schwuchtel, zeig dich allen!
Im Winter lief ich einmal so neben ihr, in einem nervösen Spaziergang, bis zur Haltestelle, an einem Sonntag. Sie trug die Schuhe in der Hand, sonst nur einen Mantel. Setzen durfte ich mich nicht, stehen auch nicht. Durfte nicht über, nicht neben ihr sein. Knie dich hin. Sie schlug die Beine übereinander. Ihre Wade, vom Knie gepfählt, wölbte sich neben ihr Schienbein. Ruhig sah sie um sich, wie für uns beide, und zog den Mantel über ihre Scham. Der Schnee knirschte unter meinen Knien. Wie Putz von einer verlassenen Wand bröckelte er von ihrem Fuß. Mach mich sauber. Sobald ich ihn leckte, wurde mir warm. Der Schnee schmolz auf meiner Zunge, den Dreck schluckte ich runter; nichts, das an ihr war, hätte ich ausspucken können. Zuletzt stieß sie mir den Fuß in den Mund, zur Säuberung erst nur, dann hielt sie ihn drin, ein Beschluss fürs Prestige. Schob ihn, nach und nach, immer tiefer rein, meine Augen tränten vor Atemnot. In ihrem Gesicht keine Spur von Erlösung; sie sah mich ausdruckslos an. Ich hörte den hohen, dumpfen Schall eines Busses, er wurde langsamer, und ich sah, wie sie ihm mit der Hand bedeutete, weiterzufahren. War er leer? Hat mich, außer dem Busfahrer, jemand gesehen? Sie, wie als Gnade, zog den Fuß wieder zurück, schleichend, mählich, und als ich schon wieder tief einatmen wollte, mehr als Versicherung, überhaupt noch atmen zu können, jagte sie ihn mir wieder, in einem Stoß, ganz hinein. Eine abrupte Geiselnahme, die aber zugleich ein Akt der Befreiung war. Indem sie mich so hielt, erlöste sie mich. Von der Last meiner Würde, die nur im Ansehen heimisch ist. Von ihrem Fuß harpuniert, galt ich endlich nur noch mir selbst. Ihre Gewalt gab mich frei. Sie zog ihren Fuß endgültig aus mir und ich küsste ihn wie ein Geborgener, dankbar und in groben Zügen.
Was ich nicht ertrag, aus dem Spiegel heraus, ist der Anblick meines Steifen. Aus Scham versag ich ihm die Anerkennung; oder anerkenne ihn nicht aus Scham. Warum beschämt er mich? Weil ich ihn klein find, wenn ich ihn nicht in der Hand hab? In der Hand fühlt sich seine Krümmung stimmig an; aus der Distanz ist sie mir peinlich. Würd er sich nach oben krümmen, hätte er mehr Nutzen. Aber er fällt ab, zur Eichel hin, als würde er sich selber schämen. Mit so einem Schwanz kann man wenig anfangen. Ich muss sie fingern, damit sie kommt. Lässt sie den Schwanz zu, so nur aus Anstand. Aus Verzweiflung nehm ich sie bös manchmal, mit einem Trotzschwanz, einem Zornschwanz, oder hilflos mit einem Panikschwanz, aber keinen fühlt sie, wie sie fremde fühlt. Ich bin freier für dich, wenn ich auch mit anderen schlaf; dein Schwanz allein lähmt mich. Warum lass ich die anderen zu an ihr? Aus Sorge, vielleicht, vor ihrem Abgang; aber auch find ich Gefallen daran, als Idee wenigstens. Aber wenn sie einen mit heimbringt und sich einschließt mit ihm, ist es eine tote Idee. Es bedrückt mich nicht, sie zu hören, ich nehm es hin wie das Gestöhne der Nachbarn, ich bin nicht in Bezug dazu, seltsam unbetroffen. Aber dass es mich nichts angeht, auch vom Gefühl her nicht, irritiert mich. Immer wieder hoffe ich auf Erregung, aus dem Schmerz der Abtrünnigkeit heraus, aber in mir verhält sich nichts dazu.
Das entsetzlich Aufregende ist die Vorstellung, dauernd einen Schwanz im Mund zu haben. Einen ganzen Tag lang, bei allem möglichen. Zu groß darf er nicht sein; wenn, will ich ihn ganz drin haben. Aber er soll schon was Mächtiges ausstrahlen, was Eroberndes, dass ich mich beschlagnahmt fühlen kann. Es soll was Nötigendes haben, aber zugleich soll auch meine Lust auf ihn noch gelten, wenigstens mir. Weil ich ihn entdecken, ihn würdigen will, in verschiedenen Zuständen, darf er nicht in einer Tour stoßen. Aber schon zwischendrin, weil ich dann mehr drin schwelgen kann, absamen auf mir. Aufs Gesicht zunächst, dann auf den ganzen oberen Körper, zuletzt vom Schwanz selber damit eingerieben. Ich stell es mir vor als Schenkung. Die Gabe ist mein Wille zur Willenlosigkeit, zu einer Art Auflösung aller Kodizes, zur sinnlichen Entgeistigung, in der ich mich ohne weiteres aneignen lasse. Nur ein letzter Funke schwirrt in mir, nämlich allein noch die Lust auf diesen SCHWANZ, nichts mehr sonst. Alle Impulse, die meine Existenz begründen, die mein Selbst mit der Wirklichkeit vertäuen, rühren nur aus ihr noch. Und wenn ich eingesaut bin, kann ich es mir selber leichter glauben.
Und wenn ich voll bin, im Mund; nicht nur vom Schwanz, auch vom Fuß meiner Frau. Es muss ihrer sein, nicht irgendeiner. Wenn der Atem schärfer geht, beinahe tobt, aus einer gar nicht mehr mentalen, bloß noch körperlichen Panik vorm Lufthunger. Das Prinzip ist dann nicht mehr die Lust, es ist nicht mehr drum, ihre Sohlen zu lecken oder das Gesicht von beiden Füßen massiert zu bekommen, es ist ein gestisches Abkommen: dass ihr meine Führigkeit gewahrt ist. Das geht mit einer anderen nicht. Meine Nachgiebigkeit muss sich in etwas Unnachgiebiges fügen, das nicht nur in der anderen, das auch zwischen uns ist. In etwas, das sich unaufbrechlich anfühlt, das wie naturgegeben scheint. Nur darin kann ich mich an der Leine führen lassen, auch zu anderen. Wenn sie Freundinnen bei sich hat, schickt sie mich reihum. Alle können mich dann versohlen. Mich bepissen und bespucken, meinen Schwanz abdreschen. Mal setze ich auch mein Kinn auf den Bettrand und von beiden Seiten drücken mir welche, wie zwei Walzen, ihren Fuß ans Gesicht. Oder auf den Schwanz, wenn der statt meines Kinns auf der Matratze liegt. Jede verübt sich an mir, dann lachen alle und ich werde weitergereicht. Nie ist eine von ihnen sexuell erregt. Sie reden über dies und das, aber nie über mich. Mir gilt nur ihr Lachen, wenn ich was abkrieg. Ein Auslachen, schon klar, aber ihr Lachen blamiert mich nicht. Die Blamage ist die Blöße, im doppelten Sinne. Es gibt in dieser Lage keinen Ausweg. Nicht, wie im Traum, eine Fluchtoption. Ich habe kein Anrecht, mich davonzustehlen. Es gibt auch kein Ziel; mein Orgasmus etwa oder der einer der Frauen. Obwohl es auf nichts zuläuft, kommt es mir unheimlich dynamisch vor, allein durch meine wilde Unruhe. Sie lachen nicht, weil ich nackt bin oder vor ihnen versohlt werde – sie lachen, weil ich es bin. Der Nukleus der Blamage, ich weiß es, liegt in mir. Es ist meine Sichtbarkeit, sie ist die Blamage, immer schon. Wenn ich bäuchlings auf dem Schoß meiner Frau liege, entblößt vor den anderen, schiebt sie mir einen Finger in den Po oder kontundiert meine Hoden. Nicht um mich zu erregen, das niemals, sondern um mich in meiner Erregung bloßzustellen. Und um zu zeigen, dass sie alles mit mir machen, dass sie willkürlich an mir herumtun, dass sie ihre Launen frei an mir ausagieren kann, ohne Widerstand. Sie weiß es schon, die anderen werden es gleich wissen: dass ich in meiner Sichtbarkeit, im Öffentlichwerden, wehrlos bin. Zwischen Scheu und Lust, wenn sie so an mir wirkt, pendelt mein Ego. Denn neben der Angst, sichtbar zu sein, gibt es auch die unbedingte Lust dazu. Ich fliehe vor der Welt wie ich in sie dränge. Ganz unbemerkt will ich sein oder in allem gesehen. Will von der Welt übergangen werden wie in jedem Detail von ihr registriert und bewertet.
Wenn ich mir eine andere nehm, ist der Reiz, meine Frau zu hintergehen. Meine Erregung an ihr vorbeizuschwindeln. Immer hoffe ich darauf, von ihr erwischt zu werden. Sie soll mich sehen, gefangen zwischen den Schenkeln einer anderen. Ich will ihr ins Gesicht sehen, und in meinem Blick beides anerkennen: meine Liebe zu ihr, meine Lust zur anderen. Ich will fest sein in einer Fremden, arretiert, in fieberndem Gewahrsam. Nicht rauskönnen aus ihr, auch nicht aufs Entsetzen der Betrogenen hin. Nur weiter stoßen, immer weiter, immer noch versessener. Von Mal zu Mal weniger heimlich, weniger beschämt, von Mal zu Mal ungenierter. Sieh nur, wie geil mein Schwanz auf sie ist! Was nur geht, wenn er es auch wirklich ist. Wenn er wirklich in eine andere will, umstandslos, wie als Unabhängigkeitserklärung. Und darin will ich gesehen werden von ihr, in meiner wirklichen Erregung, in dem Bekenntnis zu einer anderen, im Bekenntnis zur Selbstaufgabe, in der Lust auf die Fremde. Wie ich mich freimach, das soll sie sehen. Wie ich einer andern den Arsch fass und so in sie stoß, entblößt in meiner Bejahung eines Körpers, zu dem mir nichts einfällt als Erregung. Fickt ihr? soll sie fragen und ich würd die andre küssen, um mich vor beiden zu bekennen. Über diesen Punkt hinaus hab ich nie gedacht. Es nur immer wieder anders angestellt. Von vorn, von hinten, von oben, von unten; sie in den Sessel stoßend, während sie seitlich eingerollt ist und ich auf dem Boden knie; auf dem langen Fliesentisch, von hinten oder unter ihr, von ihr gehämmert; oder manchmal nur, wie ich im Sessel sitz und sie auf mich zukriecht, ihre Zunge, ganz plötzlich, an meinen Eiern. Wenn ich bedrückt bin, denk ich’s mir anders: wie wir erwischt werden und meine Frau, statt entsetzt, forsch reagiert: Willst du sehen, was er eigentlich ist? fragt sie die andere und kramt einen Strapon hervor. Eine Schwuchtel ist er, du lässt dich von einer Schwuchtel ficken; und dann zu mir: Komm, leg dich über den Tisch. Manchmal mit der anderen vor mir, dass ich sie lecken muss unterdes. Oder dass ich die andere ficken muss, aber auf Befehl, während sie meine Frau leckt. Sie will mich dann nicht zurückerobern, nur lächerlich machen. Dass ich sie beidenk, ist Beweis genug: sie muss mich nicht gewinnen. Muss gar nichts anstellen, um präsent zu sein. Ein Fußlecker ist er auch – komm, zeig’s ihr, leck ihre Füße, bettel sie an, ihre Füße zu lecken. Bettel sie an, ihren Arsch zu lecken. Bettel sie an, sie zu ficken. Bettel sie für alles an.
Das Habitat meiner sexuellen Identität, und aus dem Spiegel erkenn ich’s, ist der Konjunktiv. Mein Schwanz versteift sich im Möglichen, nicht im Wirklichen. Im Wirklichen ist er leblos, wie in der Kindheit. Er ist ein Hautfetzen, wie der Speck überm Steiß. Entwerfen kann er sich nur im Jenseits des Vermeintlichen. Es ist ihm nicht Zuflucht, sondern Kreißsaal, seine Geburtsstätte. Und aus dem Spiegel seh ich’s ihm an; vom Wirklichen fühlt er sich nicht gemeint. Andere sind gemeint vom Wirklichen, in meinem Arsch, meinem Mund, als Taktstock der Natur, des Existenziellen in praxi. Wie ich mich an Schwänzen vergreifen will, soll sich nie einer an meinem vergreifen wollen. Meine genitale Erregung, Ausdruck einer libidinösen Heiterkeit, ist nur ein Versehen, was Irreguläres. Nichts, in der Wirklichkeit, worein mein Schwanz wirklich passt. Meine Hand; aber sie ist nur sein Medium ins Mögliche. Zu mehr taugt auch sie nicht. Was an mir taugt, für alle, sind mein Arsch und mein Mund. In der Kultivierung des Hinhaltens erwerb ich mir den Zutritt ins Wirkliche. Ich halte mich hin, halte mich allen hin, im heimlichen Schrei des Notwendigen, gegen den ich mich nicht taub stellen kann.